Hahnenklee & Romkerhall
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Die Idee
Wir hatten Lust auf eine Mehrtagestour. Einfach wandern, essen, schlafen - sonst nichts. Doch da wir unseren Urlaub dieses Jahr für das geplante Schwedenabenteuer brauchen, war die Frage, wie wir das hinbekommen könnten. Vor allem wollten wir lange An- und Abfahrten mit dem Auto oder Bahn vermeiden. Also haben wir nach einem Rundweg geschaut, der uns von zuhause nach zuhause führt. Die Idee: Wir laufen zum Feierabend am Freitagnachmittag einfach aus der Tür und kommen erst am Sonntagnachmittag zurück.
Jetzt ging’s also darum, die Etappen so zu planen, dass wir auch was von der Zeit haben. Passende Übernachtungsmöglichkeiten brauchte es auch. Für den Freitagnachmittag haben wir eine Strecke von neun bis zehn Kilometern angepeilt. Das sollte bei dem Tageslicht Anfang März und mit der Kamera möglich sein. Samstag sollte dann der eigentliche Wandertag werden. 20 Kilometer sind da realistisch. Und weil wir am Sonntagabend noch zurück nach Hamburg mussten, haben wir hier nach nochmal zehn Kilometern geschaut. Am Ende standen die Fixpunkte dann fest: Hahnenklee und Romkerhall. Besondere Herausforderung: In Romkerhall gibt es genau ein Hotel. Keine weitere Übernachtungsmöglichkeit in sinnvoller Umgebung für unsere Streckenplanung. Die ursprünglich von komoot für den Samstag vorgeschlagene Tour haben wir dann noch so angepasst, dass wir die geplanten zwanzig Kilometer auch zusammen bekommen.
Das geplante Highlight auf der Tour: Essen unterwegs halbwegs frisch selbst kochen. Nicht wie auf dem Hexenstieg selbstzubereitete Treckingnahrung, sondern herzhafte Eierpfannkuchen und One-Pot Linsenpasta (die hat’s nicht ins Video geschafft). Rezepte findest du unten.
Die Tour
Los ging’s bei bestem Frühlingswetter in der Altstadt von Goslar. Durch den Stadtwald hechelten wir bergauf nach Osten auf der Alten Harzstraße südlich am Hessenkopf vorbei - inklusive Pause an der alten Pferdetränke. Dann weiter über den Erzweg zur Granetalstraße. Und auch wenn es ‘Straße’ heißt, sind es eher breite Feldwege, also kein Asphalt mit der Grane auf der einen Seite und moosbewachsenem Schiefer auf der anderen. Es ließ sich wirklich entspannt laufen, für unseren Geschmack fast ein bisschen zu zivilisiert.
Das änderte sich dann an der Einmündung zum Hexenbankweg kurz vor Hahnenklee. Dort hat komoot uns dann über einen Weg und durch den Wald geführt, der den Spuren nach auch bei Mountainbikern verständlicherweise sehr beliebt zu sein schien. Es war schon Dämmerung und kein Biker unterwegs. Wir konnten uns als ungestört unseren Weg durchs Unterholz schlagen, bevor wir dann nach etwa neun Kilometern in Hahnenklee angekommen sind und den ersten Tag auf dem Balkon ausklingen lassen konnten.
Der zweite Tag startete dann in südlicher Richtung durch den Park vorbei an den Kraniche Teichen. Dort hatten in den Nächten zuvor die Wildschweine ganz schön gewütet und den halben Park umgegraben. Als nächstes fanden wir uns dann auf einem uns noch unbekannten Stück des Liebesbankwegs wieder. Ein wirklich Richtung schönes Stück zum Wandern auf dem Weg zum Grumbacher Teich. Dort sah’s am frühen Morgen so aus, wie Steffi sich Schweden vorstellt. Nur zum Frühstücken fanden wir noch keinen passenden Platz. Also weiter und ab über Landstraße - zum Glück noch vor dem Auto.
Auf der anderen Seite folgten wir dann einem Forstweg bis zum Oberen Spiegeltaler Teich. Dem folgten wir, begleitet von einem für den Oberharz typischen Wassergraben auf der anderen Seite des Weges. Unser Ziel: der Spiegeltaler Wasserfall und die Hoffnung auf einen außergewöhnlichen Frühstücksplatz. Den fanden wir dort tatsächlich. Leider hatte die Sonne ihn noch nicht gefunden und Tisch und Bänke waren so nass, dass es dort nicht gemütlich gewesen wäre. Also weiter Richtung Osten.
Wir überquerten die Alte Harzstraße und folgten dem Harteweger Graben, bevor wir die Bundesstraße überquerten und am Großen Kellerhalsteich endlich eine jetzt Spätstückpause machen konnten. Die haben wir dann auch ausgiebig genossen und dort herzhafte Pfannkuchen frisch zu bereitet. Und was waren die lecker. Ein absolutes Highlight des Wochenendes.
Nach der Pause rafften wir uns auf und weiter ging’s entlang des Oberen Schalker Grabens Richtung Lochstein und dann runter zum Unteren Schalker Graben und nach Festenburg. Dort hatten wir eine sehr beeindruckende Begegnung mit zwei, tja, vermutlich schottischen Hochlandbullen. Zwei sehr coole und beeindruckende Typen.
Anschließend machten wir einen Schlenker um den Schalker Teich, verließen nach einen kurzen Stück und einer kurzen Trinkpause an einer Quelle den Goslarer Stadtweg und folgten dem Silberbach und dann dem Riesenbach weiter Richtung Schulenberg. Beeindruckend war der Betrieb am Racepark Schulenberg. Viele Mountainbiker nutzen das Wetter und den Skilift für beeindruckende Downhill-Action. Wir warteten nur darauf, dass uns jemand über die Köpfe sprang. Passierte aber nicht.
Von dort ging’s dann entlang der Oker Richtung Romkerhall, nicht ohne nochmal über komoot zu fluchen, und zwar aus zwei Gründen: a) führte uns komoot auf eine zum Wandern absolut langweilige Straße und b) das auch noch eine Abhang runter, der uns anfangs nicht wirklich geheuer vorkam. Am Ende hat der Abstieg aber wirklich Spaß gemacht.
Und im kleinsten Königreich der Welt, im Hotel Königreich Romkerhall, waren wir dann die einzigen Gäste. Denn kurz zuvor waren dort die Heizungsrohre geplatzt und die Reparaturarbeiten waren im vollen Gange. Das hatte man uns angekündigt. Da es auf unserer Route jedoch die einzige Übernachtungsoption war,, haben wir uns auf das Abenteuer eingelassen. Und alles im allem war es ein tolles Abenteuer: One-Pot Linsenpasta im ‘königlichen’ Esszimmer und eine Nacht in einem goldenen Bett.
Am nächsten Morgen haben wir uns den Romkerhaller Wasserfall noch einmal von oben angeschaut und uns anschließend entlang der Oker auf den Weg zur Verlobungsinsel gemacht. Unterwegs hätte es uns nicht gewundert, wenn die Wasserpferde zwischen Arwen und Frodo auf der einen und den Nasgul auf der anderen Seite hindurchgaloppiert wären. Zumindest sah es auf den Steinen der Oker danach aus.
Nach dem Frühstück auf der Verlobungsinsel ging’s weiter den Fluss entlang und vorbei an der Marienwand bis zur Adlerklippe. Kurz vorher trieb’s Steffi allerdings mal wieder runter vom Weg und über Steine und durch Sträucher runter zum Flussufer. Was für ein Anblick dort direkt am Wasser. Wahnsinnig schön.
Von dort aus ging’s fast direkt zurück nach Goslar, nicht ohne noch eine erholsame Pause auf der Halleschen Höhne oberhalb vom Goslarer Ortsteil Oker. Irgendwo auf dem Weg hat sich eine Kröte herzlich wenig darum geschert, dass wir dort lang wollten und sprang uns buchstäblich vor die Füße - und dann weiter in die Böschung. Kurze Zeit später waren wir wieder am Stadtrand von Goslar und unsere 3-Tage-Rundwanderung hatte ein Ende.
Solche Mehrtagestouren werden wir definitiv öfter machen - irgendwann auch mit Zelt und Schlafsack.
Datum: 6. März 2026
Dauer: 3 Tage - 17:16 Stunden unterwegs - 9:04 Stunden in Bewegung
Strecke: 39,8 Kilometer
Höhenmeter: 831 Meter
Übernachtungen: Berghotel Goslar-Hahnenklee (Hahnenklee) - Königreich Romkerhall (Romkerhall)
Die Aufnahmen
Das war die erste Mehrtagestour mit der neuen Kamera. Und wieder alles problemlos. Ich hab mich sogar getraut, sie wirklich mal unter Wasser zu halten und die Aufnahmen sind richtig gut geworden. Sie passten leider nur nicht in die Storyline des Videos. So: Kill your darlings - auch wenn’s schwerfällt. Die drei Akkus haben mich ohne Probleme durch die drei Tage gebracht, laden brauchte ich nicht.
Und auch die Mikros liefen zuverlässig wie immer, kein Problem mit dem Speicherplatz und die Ladeschale reichte völlig aus, auch hier kein Strom nötig. Leider ist es immer noch die ersten Generation der DJI Mics, ich kann sie also nicht direkt mit der Kamera verbinden. Und so blieb es hier wieder beim altbewährten (Klappen-)Klatschen vor jeder Aufnahme, um später Ton und Bild leichter synchronisieren zu können. Das wird beim nächsten Video anders, die neuen Mikros liegen schon bereit.
Wobei das Mikrofon der Action-Cam auch ziemlich gut ist, solange kein Wind geht. So konnte ich im Schnitt die Wasser- und Umgebungsgeräusche von unseren Tonspuren trennen und diese problemlos in der Lautstärke an die Entfernung anpassen. Das macht es natürlicher, wenn wir auf die Kamera zu oder von ihr weg laufen.
Apropos auf die Kamera zu laufen. Das war bei dieser Wanderung der größte Stressfaktor für Steffi. Denn ich habe mir kürzlich von der KI ein paar Tipps geben lassen, was unsere Videos besser machen würde. Unterschiedliche Perspektiven war die Antwort. Ab und zu mal an der Kamera vorbeilaufen. Ja, ab und zu hat die KI gesagt. Bei mir war das jedes Ankommen und jedes Verlassen einer Videosequenz. Gott bin ich Steffi damit auf die Nerven gegangen.
‘Halt, warte mal, lass mich die Kamera aufstellen.”
“Nochmal zurück und dann einfach weiterreden.”
“Lass mich die Kamera nochmal da vor hinstellen.”
“Nein, lass das Auto vorbeifahren - was jetzt passiert, passiert.”
Am Ende habe ich nichtmal die Hälfte dieser Aufnahmen genutzt. Die paar, die im Video geblieben sind, lockern es allerdings wirklich auf. Jetzt geht’s nur darum, dass weniger stressig hinzubekommen, sonst kommt irgendwann nur noch Steffi am Ziel an und von mir hört ihr nichts mehr ….
Genutztes Equipment:
DJI Osmo Action 6 (Hiking-Combo - inkl. 3 Akkus und Ladeschale)
1 TB SanDisk Extreme PRO Speicherkarte
DJI Mics (2 Sender/Recorder)
PGYTECH Mantis Pod (als Stick und Stativ)
Die Packliste
Steffi (Osprey Sirrus 34 Liter):
2 Funktionshirt (1 am Körper, 1 im Rucksack)
2 Unterwäsche (1 am Körper, 1 im Rucksack)
1 Paar Wandersocken
dünnes Midlayer-Fleece mit Kapuze
dickeres Fleece mit Kapuze
Wanderleggings
Schirmmütze
Stirnband
Schal
Sonnebrille
Bürste und Hygienebeutel
Schlafshirt und -hose
Latschen
Kopfkissen
Wanderstöcke
Wasserblase (mit ca. 1,5 Litern gefüllt)
Stirnlampe
Ladegeröt
Sven (Osprey Stratos 36 Liter):
2 Funktionsshirt (1 am Körper, 1 im Rucksack)
2 Unterhosen (1 am Körper, 1 im Rucksack)
1 Paar Wandersocken
dünnes Midlayer-Fleece mit Kapuze
dickeres Fleece
lange Wanderhose
Schirmmütze
Sonnenbrille
Bürste und Hygieneartikel
Schlafshirt
Wasserblase (mit ca. 1,5 Litern gefüllt)
Stirnlampe
Ladegerät
DJI Osmo Action 6 + 3 Akkus + Ladeschale
2 DJI Mics + Ladeschale
PGYTECH Mantis Pod
Gemeinsam (fair aufgeteilt):
Stempelhefte Harzer Wandernadel
Bargeld
Erste-Hilfe-Set inkl. Blasenpflaster und Schmerztabletten
2 Nussmischungen
4 Tassenpudding
4 Tassensuppen
Riegel
Kaffee, Tee, Kondensmilch
2 Stullen (Abendessen in Hahnenklee)
Zutaten für Pfannkuchen (Frühstück am Großen Kellerhalsteich)
Zutaten für One-Pot Linsenpasta (Abendessen in Romkerhall)
2 Portionen Porridge (Frühstück auf der Verlobungsinsel)
2 Gaskocher Soto Amicus mit Riverpott + 2 Gaskartuschen (1 hätte gereicht)
Quechua Kochset 500 für 2 Personen
3 Wasserflaschen (2× 750 ml, 1× 1 L)
Die Rezepte
Herzhafte Pfannkuchen (2 Personen)
Sättigend, einfach, nur Pfanne + 1 Topf oder Schüssel nötig.
Für den Teig
200 g Mehl
1 TL Backpulver (5 g)
1 TL Salz (5 g)
2 Eier
ca. 350 ml Wasser
1 EL Olivenöl (15 ml)
1 TL getrocknete Kräuter (z.B. Kräuter der Provence)
¾ TL Zwiebelpulver (optional)
½ TL Knoblauchpulver (optional)
Für die herzhafte Füllung
1 große Zwiebel (ca. 120 g)
100 g Hartkäse (z.B. Bergkäse oder Parmesan – ungekühlt haltbar)
40 g Kern-Mischung (Sonnenblumen, Kürbis etc.)
1 EL Olivenöl (15 ml)
Pfeffer, Paprikapulver oder Kräuter nach Geschmack
Zubereitung
Teig anrühren
Mehl, Backpulver und Salz mischen (einfach zuhause vorbereiten).
Eier + Wasser einrühren, bis ein glatter, nicht zu dicker Teig entsteht.
1 EL Öl unterrühren.
5 Minuten ruhen lassen.Füllung vorbereiten
Zwiebel fein schneiden.
In der Pfanne mit 1 EL Öl 5–6 Minuten goldbraun braten.
Kerne kurz mitrösten.
Vom Kocher nehmen.Pfannkuchen backen
Etwas Öl in die Pfanne.
Pro Pfannkuchen ca. Menge einer Schöpfkelle Teig hineingeben.
2–3 Minuten pro Seite backen.Füllen
Käse auf die heißen Pfannkuchen streuen, Zwiebel-Nuss-Mischung darauf, zusammenklappen.
Kurz in der Pfanne schmelzen lassen.
One-Pot Linsenpasta (2 Personen)
Alles in einem Topf, perfekt für einen 2-Liter-Topf.
200 g kleine Nudeln (z.B. Ditalini oder kleine Penne)
150 g rote Linsen
1 große Zwiebel (120 g)
1 Knoblauchzehe
70 g Tomatenmark (kleine Dose)
50 g getrocknete Tomaten
30 ml Olivenöl (2 EL)
80 g Nüsse (Cashews oder Mandeln)
750 ml Wasser
1 TL Salz
1 TL Paprikapulver
Optional: Chili, italienische Kräuter
Zubereitung
Anbraten
Öl im 2-Liter-Topf erhitzen.
Zwiebel + Knoblauch 3–4 Minuten anschwitzen.Alles rein
Nudeln, Linsen, Tomatenmark, Gewürze, getrocknete Tomaten zugeben.
Mit 750 ml Wasser aufgießen.
Gut umrühren.Köcheln
12–15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln.
Zwischendurch umrühren (brennt sonst an).
Falls nötig: etwas Wasser nachgießen.Nüsse rösten
Parallel in der Pfanne ohne Öl 2–3 Minuten rösten.
Am Ende über die Pasta streuen.