Vergessene Pfade: Wandern zwischen Rammelsberg und Herzberg
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Auf einen Blick
Wanderung im Harz ab Goslar: Rund um Rammelsberg und Herzberg, vorbei am Herzbergteich und an den historischen Baracken - eine mittelschwere Tour mit beklemmender Geschichte und Eindrücken des Baumsterbens.
Wanderinfos
Region: Harz (Niedersachsen, Deutschland)
Start/Ziel: Goslar (Clausthaler Straße)
Datum: 18. April 2026
Dauer: 3:58 Stunden unterwegs - 2:46 Stunden in Bewegung
Strecke: 10,4 Kilometer (Rundweg)
Höhenmeter: 348 Meter
Schwierigkeit: Mittel (einige Anstiege, teils ungepflegte Pfade)
Highlights: Herzbergteich, Ausblicke auf die Kellerköpfe, historische Stätten am Rammelsberg.
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Irgendwie waren wir viel zu lange in Hamburg gewesen und wollten vor allem wieder raus. Nichts Großes, keine großartige Planung. Einfach los- und die Stadt aus den Köpfen laufen. Am besten wieder ab der eigenen Haustür. Es gibt in dem Buch ‚Vergessen Pfade im Harz‘, in dem wir schon die eine oder andere schöne Tour entdeckt haben, tatsächlich eine Rundtour, die an Goslars Stadtgrenze startet und über den Herzberg führt. Und dem Herzberg wollten wir schon immer mal auf den Gipfel rücken.
Also machten wir uns nach dem Frühstück auf. Und zumindest ich habe unterschätzt, wie sehr uns die letzten Tage aufs Gemüt geschlagen haben. Ob’s die Stadt war, ob’s der Job war, ob’s die aktuelle Ernährungsumstellung war, das kann ich gar nicht mehr sagen. Zumindest dauerte es eine ganze Weile, bis der Kopf frei wurde. Doch als es soweit war, hatte sich wieder bestätigt, dass die Entscheidung, in den Harz zu ziehen, die richtige war. Draussen zu sein wirkt einfach befreiend auf Kopf und Seele.
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Wir sind wieder an der eigenen Haustür gestartet. Der eigentliche Ausgangspunkt liegt jedoch an der Clausthaler Straße kurz vorm Ortsausgang. Von dort ging es entlang der und über die Anzucht zum Harzklub Weg 1F. Der quert zunächst eine leicht ansteigende Wiese mit einem interessanten Blick auf den Rammelsberg und, in unserem Fall, seine ganzen Paraglider. Nach einer kurzen Passage hindurch zwischen älteren Birken verengt sich der Pfad und seiner Einordnung als ‚vergessener Pfad‘ auch optisch gerecht. Zumindest für ein kurzes Stück hindurch zwischen jungen Birken, bevor wir rechts auf den Herzberger Weg abbogen und dann gleich wieder links dem Richterweg zu folgen, der sich an der Nordwestseite des Herzbergs hochschlängelt.
Auf etwa 560 Meter Höhe bogen wir schnaufend ab (ich mehr als Steffi) und folgten dem Weg Richtung Herzberggipfel. Auf der anderen Seite waren wir beeindruckt vom Anblick, der sich uns auf dieser Seite bot: Stehendes Todholz auf den Hängen der umliegenden Berge wechselt sich mit dem satten grün gesunder Bäume ab. Es wirkt fast wie ein gerupfter Harz. Dieses Bild blieb uns weiter erhalten, als wir südlich des Kleinen Schleifsteintalbergs über das Tal blickten. An der Volksbank Schutzhütte, die dort bereits seit 1967 steht, bogen wir wieder nach rechts ab und folgten wieder dem Herzberger Weg erst westlich um den selbigen herum und dann weiter östlich bis zum Herzberger Teich am Bergwerksmuseum Rammelsberg.
Dort erinnert eine Infotafel an die auch dort bedrückenden Teil der Geschichte dieses Ortes: Etwa 600 Zwangsarbeiter sind dort in der NS-Zeit in Baracken untergebracht gewesen, viele davon sind zu Tode gekommen. Ich finde es wichtig, dass dieser Teil der Geschichte immer sichtbar bleibt und nie in Vergessenheit gerät. Zumindest unsere Wahrnehmung von der ganzen Anlage des Bergwerks hat dieses Wissen beeinflusst. Und ist gut so.
Von aus ging es dann entlang des Theresienhofer Stiegs auf der Rückseite des gleichnamigen Alten- und Pflegeheimes zurück zur Clausthaler Straße.
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Juhu! Sie waren endlich da und kamen zum Einsatz: die neuen DJI Mics3. Warum die Freude? Nun ja, diese Mikrofone lassen sich direkt mit der Action Cam verbinden und damit sind Ton und Bild direkt aus der Kamera synchron. Das klingt erstmal ‚nur‘ nach einem technischen Vorteil, macht aber auch das Wandern während der Aufnahmen angenehmer. Denn um Ton und Bild früher sauber zu synchronisieren, haben wir vor jedem ‚Take‘ immer einmal geklatscht, ähnlich einer Klappe beim Film. Das unterbricht jedesmal den Flow der Tour und nimmt Spontanität heraus. Diese Zeiten sind jetzt vorbei - zumindest so lange die Technik nicht streikt.
Ansonsten war vor allem der erste Teil der Aufnahmen von unserer Stimmung geprägt. Wirkliche Dialoge kamen nicht zustande und es fällt mir weiterhin schwer, das zu akzeptieren und abzuwarten, wie sich die Aufnahmen entwickeln. Und meine Versuche, Steffi in eine Unterhaltung zu verstricken, haben so gut wie gar nicht ins Video geschafft. Es gibt einfach Tage, an denen es Anlaufschwierigkeiten gibt. Das gehört zu authentischen Videos dazu.
Ansonsten darf ich mir mal merken, Anweisungen klar und eindeutig zu formulieren. Dann ist es für Steffi auch möglich, sie zu verstehen. Und ich darf mir merken, dass die Aufnahmen meistens auch dann gut werden, wenn ich aus dem Augenwinkel wahrnehme, dass Steffi wieder ‚wild mit der Kamera in alle Richtungen fuchtelt‘, wenn ich sie abgebe. Kurz: Ich darf wieder entspannter werden und den Dingen ihren Lauf lassen.
Genutztes Equipment:
DJI Osmo Action 6 (Adventure-Combo - inkl. 3 Akkus und Ladeschale)
1 TB SanDisk Extreme PRO Speicherkarte
DJI Mic3 (2 Sender/Recorder)
PGYTECH Mantis Pod (als Stick und Stativ)