07.06.26

Fahrrad-Panne auf Rügen: 25km zurück zum Zelt — und die Frage, ob wir nach Schabernack ziehen

"Willst du in Schabernack leben?" — Diese Frage hätten wir uns vermutlich nie gestellt, wenn Svens Vorderreifen nicht ausgerechnet in Lauterbach den Geist aufgegeben hätte. An alles hatten wir gedacht: Flickzeug, Werkzeug, Currywurst-Vorfreude. Nur nicht an eine Luftpumpe.

Eigentlich war der Plan einfach: mit dem Fahrrad vom Campingplatz nach Lauterbach, dort eine kleine Wanderung durchs Naturschutzgebiet Goor — 6 bis 7 Kilometer, gemütlich, mit Blick auf die Schoritzer Wiek. Daraus wurde nichts. Stattdessen schoben wir unsere Fahrräder 25 Kilometer quer durchs südöstliche Rügen zurück, durch Ortschaften, deren Namen wir uns ohne Karte nie hätten merken können: Dumsevitz, Schabernack, Groß Schoritz. In Schabernack stand die alte Dorfschule zum Verkauf, und für ein paar Sekunden haben wir mehr oder weniger ernsthaft überlegt, ob wir nicht einfach hierbleiben — doch dann schlug Sven vor, wir sollten lieber eine kleine Nadel nehmen und unsere Träume zerstechen, denn leisten könnten wir uns das eh nie.

Zwischen Kilometer 10 und 20 wurde aus dem Spaziergang dann das, was wir im Nachhinein den Rügener Rapsbiathlon nennen: erst 25 Kilometer Fahrrad fahren, dann 25 Kilometer Fahrrad schieben, zwischen Rapsfeldern, mit Beef Jerky, einem entgleisten Wortwitz und der zunehmend dringlicheren Frage, ob der Campingshop bei unserer Rückkehr noch Bier hätte. Am Ende waren Kamera, Mikros und wir alle gleichzeitig auf der letzten Rille — und die Erkenntnis: Manchmal ist alles, was du brauchst, um eine 6-Kilometer-Wanderung in einen ganzen Tag zu verwandeln, ein "furchtbar niedlicher" Stein im Fahrradmantel. Pro-Tipp: Luftpumpe einpacken.