05.07.26

Mit Zelt und Rucksack durch den Oberharz - die erste Hälfte der Kungsleden-Generalprobe

„Schweinebraten?! Das ist sowieso unspektakulär." Steffi ist sich sicher, Sven findet den Namen einfach zu gut, um ihn auf sich beruhen zu lassen. An der Kreuzung mit dem seltsamen Namen stellt sich dann heraus, wer recht behält — und wer noch mal genauer hinschauen muss.

Eigentlich machen wir das Gleiche wie schon vor kurzem: zu Hause loslaufen, ein paar Tage unterwegs sein, zu Hause wieder ankommen. Nur diesmal ohne Hotels, dafür mit Zelt - und mit deutlich mehr Gepäck auf dem Rücken, als diese Tour bei dem Wetter eigentlich verlangt. Der Grund: Das hier ist die Generalprobe für unsere große Trekkingtour im September, acht Tage weitgehend autark auf dem Kungsleden in Lappland. Schon am ersten Tag meldet sich der erste „nicht bestandene" Ausrüstungstest, der Schweiß läuft in die Augen, und beim Aufstieg in der Sonne wird aus der Theorie schnell Praxis. Dazwischen: ein Weg ganz ohne Handynavigation (nur Karte und Wegzeichen), ein wachsender "Haustierzoo" und am Abend Couscous mit selbstgetrocknetem Gemüse vor dem Zelt.

Tag zwei führt uns durch Wildemann und zur Kreuzung Schweinebraten - wo ein völlig unscheinbares Wanderschild Steffi erst einmal recht gibt, bis Sven gegenüber etwas entdeckt, das den Namen dann doch mit einem Augenzwinkern quittiert. Kurz darauf stehen wir vor einem Lost Place, den wir so nicht erwartet hätten - mitten in einem Wald, den wir vom Weg zum Weltwald wiedererkennen. Zwischendurch merken wir, dass „tropische Temperaturen" und ein „Lapplandabenteuer" nicht so recht zusammenpassen. Auch die zweite Nacht auf dem Campingplatz ist eher unruhig - erst die großen Menschen am Abend, dann die Vögel um kurz nach vier. Am dritten Morgen brechen wir auf, mit einer offenen Frage im Kopf: Wird der letzte Campingplatz endlich eine ruhige Nacht?